Aufnahme & Regulation
Hepcidin
- Zentrales Regelhormon des Eisenstoffwechsels.
- Drosselt die Aufnahme und hält Speichereisen zurück.
- Steigt bei Entzündung und nach Eisengabe.
Hepcidin ist ein in der Leber gebildetes Peptidhormon, das den Eisenhaushalt steuert. Es bindet an Ferroportin, den einzigen bekannten Kanal, über den Eisen Zellen verlassen kann, und legt ihn still. Dadurch sinkt die Aufnahme aus dem Darm, und Fresszellen halten recyceltes Eisen zurück. Ist der Speicher voll, steigt Hepcidin; ist er leer oder braucht die Blutbildung mehr Eisen, sinkt es. Entzündungsbotenstoffe, vor allem Interleukin-6, erhöhen Hepcidin unabhängig vom Eisenstatus. So entsteht bei chronischer Entzündung ein funktioneller Mangel trotz gefüllter Speicher. Auch eine orale Eisengabe hebt Hepcidin vorübergehend an, worauf die Überlegungen zum Einnahmerhythmus aufbauen. Hepcidin wird in der Routine bislang kaum gemessen, erklärt aber viele Laborbilder.
Hängt zusammen mit
- gemeinsamer Mechanismus → Anämie der Entzündung
- senkt → Transferrinsättigung
- ← Magensäure & PPI
- ← nutzt Einnahmerhythmus
- Siehe auch: CRP
- Siehe auch: Infektanfälligkeit

Quellen
- Weiss G, Ganz T, Goodnough LT. Anemia of inflammation. Blood 2019;133(1):40–50.
- Ganz T. Anemia of Inflammation. New England Journal of Medicine 2019;381(12):1148–57.
Stand der Map: 8. Oktober 2026
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