Differenzialdiagnosen

Anämie der Entzündung

  • Eisen ist da, wird aber durch Hepcidin zurückgehalten.
  • Häufigste Anämie bei chronisch Kranken.
  • Labormuster: Sättigung niedrig, Ferritin normal bis hoch.

Bei der Anämie der Entzündung ist Eisen im Körper vorhanden, wird aber durch ein entzündungsbedingt erhöhtes Hepcidin in den Speicherzellen zurückgehalten und steht der Blutbildung nicht zur Verfügung. Zusätzlich hemmen Entzündungsbotenstoffe die Blutbildung und verkürzen die Lebensdauer der roten Blutkörperchen. Sie ist die häufigste Anämie bei chronisch Kranken, etwa bei rheumatischen Erkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Nierenerkrankungen, chronischen Infektionen oder Tumoren. Am häufigsten wird sie mit dem absoluten Eisenmangel verwechselt. Die Abgrenzung erfolgt über das Labormuster: Transferrinsättigung niedrig, Ferritin normal oder erhöht, löslicher Transferrinrezeptor eher normal. Beide Formen können gleichzeitig vorliegen. Eine orale Eisengabe hilft hier oft wenig, weil Hepcidin die Aufnahme blockiert; die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung und ist ärztlich.

Hängt zusammen mit

Ausschnitt aus der Starter-Map Eisenmangel und Erschöpfung: Anämie der Entzündung und die direkt verbundenen Knoten
Ausschnitt aus der Starter-Map „Eisenmangel und Erschöpfung“ – Anämie der Entzündung und die direkt verbundenen Knoten.

Quellen

  • Weiss G, Ganz T, Goodnough LT. Anemia of inflammation. Blood 2019;133(1):40–50.
  • Ganz T. Anemia of Inflammation. New England Journal of Medicine 2019;381(12):1148–57.

Stand der Map: 8. Oktober 2026

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