Symptome & Abgrenzung
Histaminintoleranz
- Verbreiteter Begriff, kein verlässlicher Test.
- Diagnose über Symptommuster und Auslassversuch.
- Leitlinie: plausibel, aber schwer zu sichern.
Als Histaminintoleranz werden Beschwerden nach dem Verzehr histaminreicher Lebensmittel bezeichnet, etwa Kopfschmerzen, Hautrötung, Herzklopfen, Durchfall oder Bauchschmerzen. Als Mechanismus gilt ein Ungleichgewicht zwischen aufgenommenem Histamin und der Fähigkeit des Darms, es über das Enzym Diaminoxidase abzubauen. Der Begriff ist verbreitet, die Diagnostik ist es nicht: Weder die Bestimmung der Diaminoxidase im Blut noch Histamin im Stuhl sind als verlässliche Tests geeignet. Die deutschsprachige Leitlinie stützt die Verdachtsdiagnose auf Symptommuster, eine zeitlich begrenzte histaminarme Kost und eine anschließende Provokation und ordnet das Krankheitsbild als plausibel, aber schwer zu sichern ein. Die Beschwerden überschneiden sich mit Reizdarm, Allergien und Mastzellerkrankungen, die eigene Diagnostik brauchen. Eine dauerhaft eingeschränkte Ernährung ohne gesicherte Diagnose birgt das Risiko einer Verengung.
Hängt zusammen mit
- → Blähungen & Völlegefühl
- ← Allergie vs. Intoleranz
- Siehe auch: Eliminationsdiäten

Quellen
- Reese I, Ballmer-Weber B, Beyer K, et al. Leitlinie zum Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin (DGAKI, GPA, AeDA, SGAI, ÖGAI), AWMF 061-030. Allergologie 2021;44(10):761–772.
Stand der Map: 8. Oktober 2026
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