Schmerzmechanismen
Zentrale SensibilisierungHypothese
- Verstärkte Schmerzverarbeitung in Rückenmark und Gehirn.
- Im Tiermodell gut belegt, beim Menschen nur indirekt erschlossen.
- Im Praxisalltag oft zu breit verwendet.
Zentrale Sensibilisierung bezeichnet eine gesteigerte Erregbarkeit von Nervenzellen in Rückenmark und Gehirn, durch die nozizeptive Signale verstärkt werden. Folge können Schmerzen bei normalerweise nicht schmerzhaften Reizen sein, eine Ausbreitung über das ursprüngliche Gebiet hinaus und anhaltender Schmerz nach Ende des Reizes. Im Tiermodell sind die Mechanismen gut beschrieben. Beim Menschen lässt sie sich nicht direkt messen, sondern nur über Hinweise erschließen, etwa über ausgedehnte Überempfindlichkeit, quantitative sensorische Testung oder Fragebögen, die allerdings auch psychische Belastung miterfassen. Der Begriff wird in der Praxis oft als Erklärung für jeden chronischen Schmerz verwendet; das geht über die Datenlage hinaus. Diese Map führt die zentrale Sensibilisierung deshalb als Hypothese und unterscheidet sie vom klinischen Begriff des noziplastischen Schmerzes.
Hängt zusammen mit
- gilt als Grundlage → Noziplastischer Schmerz
- ← kann übergehen in Periphere Sensibilisierung
- ← oft vermindert bei Absteigende Schmerzhemmung
- Siehe auch: Fibromyalgiesyndrom

Quellen
- Woolf CJ. Central sensitization: implications for the diagnosis and treatment of pain. Pain 2011;152(3 Suppl):S2–S15
- Nijs J, Lahousse A, Kapreli E et al. Nociplastic Pain Criteria or Recognition of Central Sensitization? Pain Phenotyping in the Past, Present and Future. Journal of Clinical Medicine 2021;10(15):3203.
Rechtsstand: Rolle & Recht geprüft am 08.10.2026 (Blankoverordnung, sektoraler HP Physiotherapie, Direktzugang, Osteopathie).
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