Schmerzmechanismen
Noziplastischer Schmerz
- Veränderte Schmerzverarbeitung ohne erklärende Gewebe- oder Nervenschädigung.
- Begriff der IASP seit 2017, klinische Kriterien seit 2021.
- Noziplastisch heißt nicht psychogen.
Seit 2017 führt die IASP neben nozizeptivem und neuropathischem Schmerz eine dritte Kategorie: noziplastischen Schmerz. Er entsteht durch eine veränderte Nozizeption, ohne dass eine Gewebeschädigung oder eine Erkrankung des Nervensystems den Schmerz erklärt. Typisch sind ausgedehnte oder wandernde Schmerzen, eine Überempfindlichkeit auch außerhalb der schmerzhaften Region sowie Begleitbeschwerden wie Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen. Das Fibromyalgiesyndrom gilt als Leitbeispiel. 2021 wurden klinische Kriterien mit einer Abstufung von möglich bis wahrscheinlich veröffentlicht; ihre Zuverlässigkeit wird noch untersucht. Noziplastisch bedeutet nicht psychogen: Der Schmerz ist real, nur liegt der Mechanismus in der Verarbeitung. Mischformen mit nozizeptiven oder neuropathischen Anteilen sind häufig.
Hängt zusammen mit
- ← Mechanismus Schmerzdefinition (IASP 2020)
- ← gilt als Grundlage Zentrale Sensibilisierung
- ← Leitbeispiel Fibromyalgiesyndrom
- Siehe auch: Schlaf
- Siehe auch: Chronifizierung

Quellen
- Kosek E, Clauw D, Nijs J et al. Chronic nociplastic pain affecting the musculoskeletal system: clinical criteria and grading system. Pain 2021;162(11):2629–2634
- Nijs J, Lahousse A, Kapreli E et al. Nociplastic Pain Criteria or Recognition of Central Sensitization? Pain Phenotyping in the Past, Present and Future. Journal of Clinical Medicine 2021;10(15):3203.
Rechtsstand: Rolle & Recht geprüft am 08.10.2026 (Blankoverordnung, sektoraler HP Physiotherapie, Direktzugang, Osteopathie).
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