Schmerzmechanismen
Periphere Sensibilisierung
- Nozizeptoren werden bei Entzündung empfindlicher.
- Schmerz schon bei leichter Belastung im verletzten Gebiet.
- Bildet sich mit der Heilung meist zurück.
Bei einer Gewebeverletzung setzen Zellen und Immunzellen Entzündungsstoffe frei, darunter Prostaglandine, Bradykinin und Nervenwachstumsfaktor. Diese senken die Reizschwelle der Nozizeptoren im betroffenen Gebiet: Sie feuern schon bei Reizen, die normalerweise nicht schmerzen, und stärker bei schmerzhaften Reizen. Man spricht von primärer Hyperalgesie. Klinisch zeigt sich das als Druckschmerz, Schmerz bei leichter Bewegung und erhöhte Empfindlichkeit rund um eine frische Verletzung. Die periphere Sensibilisierung schützt das Gewebe während der Heilung und bildet sich mit dem Abklingen der Entzündung meist zurück. Hält der Zustrom aus der Peripherie lange an, kann er zu Veränderungen in Rückenmark und Gehirn beitragen. Ob und wie oft daraus beim Menschen eine zentrale Sensibilisierung entsteht, ist nicht abschließend geklärt.
Hängt zusammen mit
- verstärkt → Nozizeptiver Schmerz
- kann übergehen in → Zentrale Sensibilisierung

Quellen
- Basbaum AI, Bautista DM, Scherrer G, Julius D. Cellular and molecular mechanisms of pain. Cell 2009;139(2):267–284
- Woolf CJ. Central sensitization: implications for the diagnosis and treatment of pain. Pain 2011;152(3 Suppl):S2–S15.
Rechtsstand: Rolle & Recht geprüft am 08.10.2026 (Blankoverordnung, sektoraler HP Physiotherapie, Direktzugang, Osteopathie).
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