Erfassung & Flaggen
Chronifizierung
- Chronisch heißt: länger als drei Monate.
- Die ICD-11 kennt chronischen Schmerz als eigene Diagnose.
- Das Risiko entsteht früh, oft in den ersten Wochen.
Als chronisch gilt Schmerz, der länger als drei Monate besteht oder wiederkehrt. Die Internationale Klassifikation der Krankheiten in ihrer 11. Revision (ICD-11), international seit 2022 in Kraft, unterscheidet erstmals chronischen primären Schmerz, bei dem der Schmerz selbst als Erkrankung gilt, etwa chronischer primärer Rückenschmerz oder Fibromyalgie, und chronischen sekundären Schmerz als Folge einer anderen Erkrankung, etwa nach Operationen, bei Arthrose oder Nervenschäden. In Deutschland wird für die Abrechnung weiterhin die ICD-10-GM verwendet. Ob ein akuter Schmerz chronisch wird, entscheidet sich häufig in den ersten Wochen; psychosoziale Faktoren sagen den Verlauf dabei besser voraus als Befunde der Bildgebung. Deshalb gilt das Ziel, Risikofaktoren früh zu erkennen und Schonung, Angst und Passivität früh zu begegnen. Bei bereits chronischem Verlauf ist eine interdisziplinäre, multimodale Behandlung angezeigt.
Hängt zusammen mit
- Indikation bei → Multimodale Schmerztherapie
- ← schützt vor Selbstwirksamkeit
- ← Risikofaktor Depression & Angst
- ← schätzt Risiko Screening-Fragebögen
- Siehe auch: Noziplastischer Schmerz

Quellen
- Treede RD, Rief W, Barke A et al. Chronic pain as a symptom or a disease: the IASP Classification of Chronic Pain for the International Classification of Diseases (ICD-11). Pain 2019;160(1):19–27
- Nicholas M, Vlaeyen JWS, Rief W et al. The IASP classification of chronic pain for ICD-11: chronic primary pain. Pain 2019;160(1):28–37.
Rechtsstand: Rolle & Recht geprüft am 08.10.2026 (Blankoverordnung, sektoraler HP Physiotherapie, Direktzugang, Osteopathie).
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