Östrogen-Kreislauf
EstrobolomHypothese
- Darmbakterien, die Östrogene verstoffwechseln.
- β-Glucuronidase reaktiviert konjugierte Östrogene im Darm.
- Wie stark das den Spiegel bestimmt, ist offen.
Als Estrobolom wird die Gesamtheit der Darmbakterien und ihrer Gene bezeichnet, die Östrogene verstoffwechseln können. Die Leber macht Östrogene durch Anhängen von Glucuronsäure wasserlöslich und scheidet sie über die Galle in den Darm aus. Bakterien mit dem Enzym β-Glucuronidase können diese Bindung im Darm wieder lösen; das freigesetzte, aktive Östrogen kann dann erneut aufgenommen werden. Der Mechanismus ist beschrieben und plausibel. Wie stark er den Östrogenspiegel im Blut im Einzelfall bestimmt, ist aber offen, weil Leber, Eierstöcke, Fettgewebe und Ausscheidung gleichzeitig mitwirken und Studien am Menschen überwiegend klein und assoziativ sind. Für Stuhltests auf β-Glucuronidase-Aktivität gibt es keine etablierte klinische Bewertung. Diese Map führt das Estrobolom deshalb als Hypothese.
Hängt zusammen mit
- → Enterohepatischer Kreislauf
- ← Mikrobiom-Vielfalt
- Siehe auch: Östrogendominanz

Quellen
- Baker JM, Al-Nakkash L, Herbst-Kralovetz MM. Estrogen–gut microbiome axis: Physiological and clinical implications. Maturitas 2017;103:45–53.
Stand der Map: 8. Oktober 2026
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