Einflussfaktoren
Angst-Vermeidung
- Angst vor Schmerz führt zu Schonung und Vermeidung.
- Vermeidung hält Schmerz und Behinderung aufrecht.
- Ansatzpunkt für Edukation und Exposition.
Das Angst-Vermeidungs-Modell beschreibt, wie aus einem akuten Schmerz ein anhaltender werden kann. Wird Schmerz als Zeichen von Schaden gedeutet, entsteht Angst vor Bewegung und erneuter Verletzung. Diese Angst führt zu Schonung, Vermeidung bestimmter Bewegungen und erhöhter Wachsamkeit gegenüber Körpersignalen. Kurzfristig wirkt das entlastend, langfristig führt es zu Dekonditionierung, Rückzug, gedrückter Stimmung und häufig zu mehr Schmerz und Behinderung. Umgekehrt führt eine weniger bedrohliche Deutung des Schmerzes eher zur Konfrontation mit Aktivität und zur Erholung. Das Modell erklärt nicht jeden Verlauf, ist aber gut untersucht und klinisch nützlich. Angst vor Bewegung lässt sich mit Fragebögen wie der Tampa-Skala für Kinesiophobie erfassen. Schmerzedukation und schrittweise Exposition setzen direkt an diesem Kreislauf an.
Hängt zusammen mit
- gelbe Flagge → Gelbe, blaue, schwarze Flaggen
- Ansatzpunkt → Graded Activity & Exposure
- ← treibt an Katastrophisieren
- Siehe auch: Screening-Fragebögen

Quellen
- Vlaeyen JWS, Linton SJ. Fear-avoidance and its consequences in chronic musculoskeletal pain: a state of the art. Pain 2000;85(3):317–332.
Rechtsstand: Rolle & Recht geprüft am 08.10.2026 (Blankoverordnung, sektoraler HP Physiotherapie, Direktzugang, Osteopathie).
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