Östrogen-Kreislauf
Obstipation & VerweildauerHypothese
- Längere Verweildauer, mehr Zeit für Dekonjugation.
- Mechanistisch plausibel, beim Menschen wenig untersucht.
- Hormone beeinflussen umgekehrt die Motilität.
Je länger der Darminhalt im Dickdarm verweilt, desto mehr Zeit haben Bakterien, konjugierte Östrogene zu dekonjugieren, und desto mehr freies Östrogen kann wieder aufgenommen werden. Zugleich verschiebt eine längere Transitzeit den bakteriellen Stoffwechsel insgesamt. Der Zusammenhang zwischen Obstipation und Östrogen-Rückresorption ist damit mechanistisch plausibel, beim Menschen aber wenig untersucht; belastbare Daten zum Einfluss auf den Hormonspiegel fehlen. Umgekehrt beeinflussen Hormone die Motilität: Progesteron in der zweiten Zyklushälfte und in der Schwangerschaft verlangsamt den Darm, eine Schilddrüsenunterfunktion ebenso. Obstipation ist zudem ein eigenständiges Beschwerdebild mit vielen Ursachen. Neu aufgetretene, anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten gehören ärztlich abgeklärt.
Hängt zusammen mit
- verlängert → Enterohepatischer Kreislauf
- ← Motilität & Transitzeit
- Siehe auch: Motilität bei Unterfunktion

Quellen
- Baker JM, Al-Nakkash L, Herbst-Kralovetz MM. Estrogen–gut microbiome axis: Physiological and clinical implications. Maturitas 2017;103:45–53
- Roager HM, Hansen LBS, Bahl MI et al. Colonic transit time is related to bacterial metabolism and mucosal turnover in the gut. Nature Microbiology 2016;1:16093.
Stand der Map: 8. Oktober 2026
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