Nebenniere & Stressachse

Nebennierenerschöpfung

  • Begriff aus der Ratgeberliteratur.
  • Von keiner endokrinologischen Fachgesellschaft anerkannt.
  • Steht hier zur Einordnung und Abgrenzung.

Der Begriff Nebennierenerschöpfung stammt aus der Ratgeberliteratur der späten 1990er-Jahre. Er beschreibt die Vorstellung, chronischer Stress überfordere die Nebenniere, bis sie nicht mehr genug Cortisol bilde, und erkläre so Erschöpfung, Salzhunger oder Stimmungstiefs. Keine endokrinologische Fachgesellschaft erkennt dieses Krankheitsbild an. Eine systematische Übersicht über 58 Studien fand keine Belege für seine Existenz; die Ergebnisse der verwendeten Tests waren widersprüchlich und methodisch schwach. Die Beschwerden selbst sind real und verdienen Aufmerksamkeit, haben aber andere Erklärungen wie Schlafmangel, Depression, Schilddrüsen- oder Eisenstörungen oder eine echte Nebenniereninsuffizienz. Der Begriff begegnet in der Praxis trotzdem ständig. Deshalb steht er hier, mit Herkunft und Abgrenzung.

Hängt zusammen mit

Ausschnitt aus der Starter-Map Schilddrüse – Nebenniere – Zyklus: Nebennierenerschöpfung und die direkt verbundenen Knoten
Ausschnitt aus der Starter-Map „Schilddrüse – Nebenniere – Zyklus“ – Nebennierenerschöpfung und die direkt verbundenen Knoten.

Quellen

  • Cadegiani FA, Kater CE. Adrenal fatigue does not exist: a systematic review. BMC Endocrine Disorders 2016;16:48.

Stand der Map: 8. Oktober 2026

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