Einflussfaktoren

Biopsychosoziales Modell

  • Schmerz entsteht im Zusammenspiel von Körper, Psyche und Umfeld.
  • Kein Entweder-oder zwischen „echt“ und „psychisch“.
  • Gemeinsamer Rahmen aller Leitlinien zu chronischem Schmerz.

Das biopsychosoziale Modell, 1977 von George Engel als Gegenentwurf zu einem rein biomedizinischen Krankheitsverständnis formuliert, ist heute der gemeinsame Rahmen aller Leitlinien zu chronischem Schmerz. Es geht davon aus, dass biologische Faktoren wie Gewebeveränderungen und Nervensystem, psychische Faktoren wie Gedanken, Gefühle und Verhalten sowie soziale Faktoren wie Arbeit, Familie und Kultur gemeinsam bestimmen, wie Schmerz erlebt wird und ob er chronisch wird. Das bedeutet nicht, dass Schmerz eingebildet ist oder dass psychische Faktoren die biologischen ersetzen. Es bedeutet, dass alle drei Ebenen erfasst und behandelt werden müssen, weil jede die anderen beeinflusst. Für die Praxis folgt daraus eine Anamnese, die neben Befund und Bewegung auch Schlaf, Stimmung, Sorgen, Arbeit und Erwartungen erfragt, und eine Therapie, die mehrere Ebenen gleichzeitig anspricht.

Hängt zusammen mit

Ausschnitt aus der Starter-Map Chronischer Schmerz – vom Gewebe zum System: Biopsychosoziales Modell und die direkt verbundenen Knoten
Ausschnitt aus der Starter-Map „Chronischer Schmerz – vom Gewebe zum System“ – Biopsychosoziales Modell und die direkt verbundenen Knoten.

Quellen

  • Engel GL. The need for a new medical model: a challenge for biomedicine. Science 1977;196(4286):129–136
  • Gatchel RJ, Peng YB, Peters ML, Fuchs PN, Turk DC. The biopsychosocial approach to chronic pain: scientific advances and future directions. Psychological Bulletin 2007;133(4):581–624.

Rechtsstand: Rolle & Recht geprüft am 08.10.2026 (Blankoverordnung, sektoraler HP Physiotherapie, Direktzugang, Osteopathie).

Das ist ein Ausschnitt aus der Starter-Map „Chronischer Schmerz – vom Gewebe zum System“ in Mirari: 42 Knoten, 6 Themenfelder, alle Verbindungen. Die ganze Map bekommst du kostenlos in dein Konto. Map holen →